James Last starb am 09.06.2015 nach kurzer, schwerer Krankheit in Florida

Lange bevor er einen eigenen Plattenvertrag in der Tasche hatte, wurde Hans Last in den Fünfziger-Jahren schon dreimal in Folge zum besten deutschen Jazzbassisten gewählt. Zwar erlernte er sein musikalisches Handwerk noch in der Wehrmacht, hatte damals aber schon den Swing der amerikanischen Befreier verinnerlicht. Schließlich folgte er dem Beispiel des großen Bert Kaempfert und versuchte sich als Bandleader. Die Polydor nahm den jungen Arrangeur unter ihre Fittiche und verpasste ihm den international leichter auszusprechenden Namen James Last. Ironischerweise blieb er jedoch vor allem im englischen Sprachraum weiterhin „Hansi“. Mit Non Stop Dancing erfand er 1965 die Platte für den Partykeller. Ein nur durch Gesprächsfetzen und Gläserklirren unterbrochener Strom aus Happy Sound, dem Swing-light der Schlagerliebhaber. Musikalische Berührungsängste lagen James Last fern, er bediente sich bei den Beatles ebenso wie später beim Psychedelic Rock. Gleichgültig, was er den exzellenten Musikern seines James Last Orchesters vorsetzte – nach deren Behandlung war es immer Happy Sound inklusive Fingerschnippen und Fußwippen. In den produktivsten Jahren der Sechziger und Siebziger produzierte das Orchester manchmal zwei LPs im Monat und tourte in der Zwischenzeit um den Globus. Bis vor wenigen Wochen stand James Last noch im Rahmen seiner Abschiedstournee auf der Bühne. Dort fühlte sich der weltweit erfolgreichste Bandleader der Nachkriegszeit am wohlsten. Gestern starb James Last in seinem Haus in Florida im Kreis seiner Familie.

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