Sommer, Sonne, Soundsysteme

Spürbar weniger Aussteller auf der HighEnd Swiss und vorzügliches Spätsommerwetter, das eher zu Aktivitäten an der frischen Luft einlud. Trotzdem strömten die Besucher auch in diesem Jahr unverdrossen durch das Mövenpick Hotel in Zürich-Regensdorf. Zu Recht?

High End Swiss 2014

Ein paar große Namen der Szene, aber auch diverse Spezialisten, die in den vergangenen Jahren für klangliche Höhepunkte gesorgt hatten, wurden heuer von einigen Besuchern schmerzlich vermisst. Gleichwohl gab es auf der HighEnd Swiss 2014 immer noch genügend fein präparierte Soundsysteme zu entdecken, die einen Besuch lohnten und zum längeren Verweilen in den akustisch durchaus brauchbaren Hotelzimmern und Suiten einluden.
Natürlich gab es auch wieder diverse klangliche Ausfälle zu vermelden. Doch die gibt es auf absolut jeder Messe; sie sollen uns nicht weiter interessieren. Wir kümmern uns lieber um die Highlights.
Besonders gut gefallen hat es mir auch in diesem Jahr wieder bei Enzo Nolli (Audiosphere), der unter anderem mit großem Rega-Analogbesteck vorführte und mit Verstärkung aus dem Hause Jeff Rowland schrankgroße Schallwandkisten von Trenner&Friedel zum Singen brachte. Das erinnerte im Bass bei entsprechendem Musikmaterial mitunter an sehr gut ausbalancierte PA-Systeme und hatte den Raum gut im Griff – eine Anlage, die ganz klar auf der vergnüglichen, unbeschwerten Seite von High-End angesiedelt war.
Erstaunliche Ergebnisse auch bei KEF, wo sich Johan Coorg wieder einmal als sturmerprobter, tiefbassliebender DJ betätigte und die neuen Reference-Säulen der Engländer fliegen und den kleinen Raum ein kleines bisschen wummern ließ. Spürbar straffer und deutlich zivilisierter ging’s bei Goosebumps Audio zu, aber auch bei Optimize Audio, wo Thierry Mayer eine recht preisgünstige Anlage demonstrierte.
Alles andere als preisgünstig: Die weltweit einzige Focal Grand Utopia mit Carbon-Gehäuse drehte sich bei Chektone majestätisch auf einem Turntable – ein Hingucker par excellence. Das sollte die Vorführung mit deutlich kleineren Focal-Geschwistern, die natürlich an Naim-Elektronik liefen, nicht stören. Und tat es auch nicht.
An seinem Stand in den „Zürich“-Räumen des Hotels ließ es sich Phonosophie-Chef Ingo Hansen nicht nehmen, zunächst mein musikbestücktes Smartphone zu „entstören“ und sodann einen spürbar stimmstärkeren Tom Waits über ein Pärchen erstaunliche Aktivlautsprecher mit Bambusgehäuse in den Ausstellersaal zu entlassen. Die Standnachbarn nahmen’s erstaunlich cool, darunter auch Andreas Schönberg von Audio Exclusiv, der den brandneuen CD-Player P8 auch tatsächlich über seine Elektrostaten erklingen ließ.
Die insgesamt highendigste Vorführung legte Lindemann Audio hin, wo die neuen „großen“, enorm starken Endstufen der kompakten und bildhübschen Musikbook-Serie im Bi-Amping-Betrieb an der passiven Manger P1 zeigen konnten, dass dies nicht nur optisch und haptisch, sondern auch klanglich eine ganz vorzügliche Kombination ist. Es klang hier so gut, dass ich später nicht nur wiederholt zurückkehrte, sondern die superfeine Lindemann/Manger-Kombination auch gleich für eine der kommenden FIDELITY-Ausgaben vorgemerkt habe.
Bei Ouir Ton & Technik schließlich traf ich auf einen glänzend aufgelegten Peter Qvortrup. Der Audio-Note-Chef zeigte mir unter der Hand ein paar geheime Bilder, die mich auf eine kleine Retro-Revolution in puncto DIgitaltechnik hoffen lassen.
Ja, es bleibt spannend. Auch auf der HighEnd Swiss.

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