Artist:
The Jamal Thomas Band

Title:
Future

Label Format:
Modern Noise/Alive; CD

1.

Jamal Thomas – den kenne ich doch von irgendwoher?

Genau! Zum Beispiel als langjährigen Trommler beim Meistersaxer Maceo Parker. Und der steht, wie Parkerianer wissen, für 2 % Jazz und 98 % Funk – erst neulich wieder live in der Muffathalle erlebt. Ohne Jamal Thomas allerdings.

2.

Groovt’s?

Wie die Sau! Das hier ist definitiv kein Stoff für heavy Fräsköpfe, intellektuell verspannte Textanalysierer oder andere Partypooper. Hier gibt’s funky Funk auf die Zwölf. Und ein dicke Prise knackigen Prince-Sound wie auf „Purple Rain“ noch obendrauf.

3.

Hoppla, ein Posaunensolo gleich im ersten Track?

Na klar! Wenn auch der große Fred Wesley mit von der Partie ist, dann soll man das bitteschön auch ausnutzen. Gut gemacht, Jamal Thomas!

4.

Wann habe ich denn bitte das letzte Posaunensolo auf einer Party gehört?

Vermutlich vor dreißig Jahren, als „Sweet Lucy“ von Raul de Souza auf dem Plattenteller lag, produziert von George Duke. Übrigens auch feiner Fußwippstoff.

5.

Diese Snaredrum – wow! Aber steht die nicht ein bisschen zu prominent im Klangbild?

Na und? Jamal Thomas ist Trommler, und zwar kein guter, sondern ein sehr guter. Da will ich gefälligst auch die Snare hören, besser noch: spüren. Dafür allerdings ist diese tanzbare Produktion schlicht zu komprimiert. Ein ewiges Thema. Ein Dauer-Ärgernis für gute HiFi-Systeme.

6.

Echter Funk kommt zur Not auch mal ohne echte Melodie aus, oder?

Stimmt. Auch auf „Future“ gehört der Gesang nicht zur herausragenden oder gar kaufentscheidenden Ausstattung. Dafür rollt und treibt die ganze Sache aber, dass es die reine Freude ist.

7.

Muss es denn immer eine Ballade zwischendurch sein?

Also, meinetwegen nicht. Und das zunächst balladenverdächtige „Fast“ entwickelt sich ja auch schnell zum lässigen Discofunk. Wie das ganze Album duftet auch dieser Song zum Ende hin massiv nach Siebzigerjahren. Ob Sie das mögen, weiß ich natürlich nicht. Ich lege das Album jedenfalls gerne wieder in den Player (und übe spätabends heimlich noch ein bisschen auf dem Drumset in meinem Büro. Bleibt zwar einigermaßen aussichtslos, kann aber nicht schaden).

8.

Wie hält man den Rap und die Querflöten-Samples auf „Sneaky“ aus?

Indem man auf das coole – und echte! – Schlagzeug achtet, auf den oktavierten E-Bass oder den leicht untergebutterten Bläsersatz. Oder ganz einfach auf den frech prince-mäßigen Gesangspart wartet. Alkohol soll bisweilen auch helfen. Oder aber die Skip-Taste. Doch Moment mal, so schlimm ist der Song doch gar nicht. Im Gegenteil …

9.

Was ist, wenn sich beim Hören des Albums kein Körperteil bewegt?

Dann sind Sie entweder bekennender Funkophob oder strenger Wagnerianer. Oder Sie haben den Lautstärkesteller versehentlich in die „falsche“ Richtung bewegt.

10.

Kennste den? Unterhalten sich zwei Drumsets …

Yo, Mann, kenne ich: Das ist Track 9 auf „Future“ von Jamal Thomas – bis nach gut dreieinhalb Minuten die bis dahin unterdrückten 2 % Jazz die Oberhand gewinnen. Und auch da groovt’s – für 90 Sekunden – dann kommt der Fade out.

11.

Wenn ich Jamal Thomas vierzig Minuten Zeit gebe, wieviel bekomme ich dann zurück?

Drei Sekunden.

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