Seeed – Seeed: Ernteausfall im dicken „B“

Reggae, Dub & Dancehall vermisst? Seeed aus Berlin, eine der definitiv besten Live-Bands überhaupt, melden sich mit gleichnamigem Album aus Studio und Auszeit zurück. Doch der frische, knallrot verpackte Stoff müffelt schon beim Auspacken ein bisschen streng, versprüht weder Esprit noch Energie.

Seeed

Seeed – Seeed
Warner, 2013

Seeed-Frontmann Pierre Baigorry, der zwischenzeitlich als Peter Fox mit Stadtaffe enorme Erfolge feierte, kann den Verdacht nicht entkräften, auf Seeed (Warner5053105-4487-2-2) ein paar schwächere, bisher nicht veröffentlichte Solostücke als Kuckuckseier abgelegt zu haben („Feel For You“, „Lovelee“). Ansonsten werden fleißig benachbarte Groove-Genres – von Upbeat-Pop bis Rave-Dub – billig geplündert, während der typische, extrem partytaugliche und tiefbassige Seeed-Groove praktisch nur noch auf zwei, drei Tracks stattfindet. Nur gut, dass diese auch klanglich ziemlich mittelmäßige, undynamische Vorstellung bereits nach knapp vierzig Minuten wieder vorbei ist. Wir favorisieren weiterhin das Seeed-Debüt New Dubby Conquerors von 2001.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in FIDELITY Nr. 5 (1/2013)

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