Die Ausstellungssaison ist eröffnet. Endlich. So ein Winter kann ganz schön lang sein. Zumindest gefühlt. Klar gab es schon im Januar die CES und erst grad’ in der vergangenen Woche die ISE, aber für mich geht die Messesaison erst so richtig mit der ersten Ausstellung auf heimischen Grund wieder los. Das erste Februarwochenende war der Termin. Das HiFi-Studio Bramfeld aus Hamburg hat zu den Norddeutschen HiFi-Tagen nach Hamburg ins Hotel Holiday Inn eingeladen. Eine gute Wahl, wie sich zeigte. Noch viel besser aber war der gewählte Termin. Im vergangenen Jahr startete die Saison leider mit einer Terminkollision. Die Norddeutschen HiFi-Tage und die High End on Tour fanden beide am gleichen Wochenende statt und so hatte man die Qual der Wahl. Dieses Jahr ist es erfreulicherweise anders. Norddeutsche HiFi-Tage Anfang Februar – High End on Tour Ende Februar. So kann dann nun jeder der möchte auf beiden Veranstaltungen dabei sein. Wir hoffen, dass ein solcher Modus auch in der Zukunft beibehalten wird, bietet er doch die mit Abstand größte Flexibilität und schlussendlich profitieren alle davon. Hamburg war jedenfalls ein fulminanter Start in die Saison. Inklusive dem Erdgeschoss belegte die Messe insgesamt 6 Etagen im Hotel: EG, 1.OG, 15.OG, 16.OG, 17.OG und 18.OG. Die Stimmung war mehr als gut und hatte fast schon etwas von Aufbruch.

Gab es einen Trend? Ich würde sagen der einzige Trend war, dass es keinen Trend gab. Hatte ich noch vor gar nicht so langer Zeit den Eindruck der neue Transistor heißt Röhre, so gab es in Hamburg ein großes und friedliches Nebeneinander beider Konzepte. Die Aussteller hatten jedoch mit einem wirklich unangenehmen Problem zu kämpfen. In den kleineren Zimmern war es nicht möglich das gesamte Mobiliar zu entfernen. Konkret bedeutete das, das beispielsweise immer ein Schreibtisch im Weg stand und auch die Kühlschrank-TV-Kombination immer da war, wo man sie nicht brauchte. Eigentlich schade, denn generell war die Akustik gar nicht mal so schlecht. Die widrigen Umstände führten bei einigen Ausstellern leider dazu, dass sie ihre mitgebrachten Schmuckstücke gar nicht, oder nur unter erschwerten Bedingungen vorführen konnten. IBEX Audio, um ein Beispiel zu nennen, hatte eigentlich geplant die Wandlautsprecher von Von Schweikert vorzuführen. In Ermangelung einer frei zugänglichen Wand war das aber leider nicht möglich. Der Ausweg war der UniField Model 2 Monitor, ebenfalls von Von Schweikert, der es allerdings vorbildlich rausgerissen hat. Der Monitor hing an einer ModWright KWA 150SE Endstufe, einer Deutschlandpremiere, und war Balsam für die Ohren. Generell kann gesagt werden, das es erstaunlich viel Vorführungen in Hamburg gegeben hat die klanglich sehr überzeugend waren. Audiograde aus Aachen hat wieder den Trick mit der Diagonalen Platzierung der Lautsprecher angewandt und hätte von mir, so wir Punkte vergeben würden, die volle Punktzahl erhalten. Gefüttert von einer reinrassigen AVM Kette, zeigten die Audiogrades, was derzeit im Lautsprecherbau machbar scheint. Eine weitere Überraschung war Ascendo, die mit der C7 angereist waren. Die C7 ist ein ungewöhnliches Konzept mit einem Koaxialen Mittel- Hochton-Lautsprecher und einem Bandpass im Bassbereich. Wenn ich die C7 mit einem Begriff umschreiben müsste, würde ich „Wohlfühllautsprecher“ wählen. Mehr braucht’s nicht und fehlen tut auch nichts. Die C7 ist nicht mehr ganz taufrisch, aber noch immer ein großer Wurf. Weiter haben mich die Silberstatic Elektrostaten begeistert, die das bekannte Vorurteil -„Elektrostaten machen keinen Bass“- ad absurdum führten. Auf der nach oben offenen Skala setzt aber hier der Newcomer MiTec aus Bochum einen neuen Standard. MiTec entwickelt und fertig einen Elektrostaten der seinesgleichen sucht. Einer der Gründe hierfür scheinen mir die aus Keramik hergestellten und somit ultrastabilen Statoren zu sein. MiTec lieferte eine sehr beeindruckende Vorstellung ab. FIDELITY wird versuchen, nah an diesem Thema dran zu bleiben. Ein weiteres Highlight war die Präsentation von Voxativ aus Berlin. Voxativ schafft es mit einem Breitbänder das dynamische Spektrum eines Mehrwegelautsprechers zu erreichen, ohne aber auch nur eine der guten Tugenden eines Breitbänders dafür aufgeben zu müssen. Geithain und Grimm Audio zeigten, was moderne Aktivkonzepte zu leisten imstande sind. Audio Reference hatte sogar die neuen Endstufen von Dan D’Agostino im Gepäck, die an einem Paar Sonus Faber den Raum wunderbar zum schwingen brachten. 

Diese Aufzählung könnte man jetzt noch beinahe beliebig fortführen, wie gesagt, die Präsentationen in Hamburg waren durch die Bank durch gut bis sehr gut. Echte böse Ausrutscher gab es nicht. Und das schönste ist: Sie können die Norddeutschen HiFi-Tage noch morgen am 3.2. besuchen, wenn Sie möchten. Also, worauf warten Sie? Ein derart gut besetztes Starterfeld gibt es so schnell nicht wieder. Greifen Sie die Gelegenheit beim Schopf und besuchen Sie die Norddeutschen HiFi-Tage. Sie werden es nicht bereuen.

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